Die Klasse 8b erarbeitet Stadtführungen über die nationalsozialistische Ausgrenzung und Gewalt in Würzburg
Nachdem sich die Klasse 8b bereits am Mittwoch letzter Woche im Höchberger Rathaus
intensiv mit der jüdischen Regionalgeschichte beschäftigt hatte, folgte am Montag, den
20. Juli 2026, der zweite Teil dieses wichtigen Projekts.
Dieses Mal führte der Unterrichtsgang die Schülerinnen und Schüler nach Würzburg in die Spiegelstraße 15–17 zur Jugendbildungsstätte Unterfranken. Dort wurde die Klasse von den beiden Leitern Patrick und Saskia empfangen, die den gesamten Projekttag mit viel Fachwissen und großem persönlichem Engagement begleiteten.
Zuerst durften wir uns zu Statements wie „Wenn jemand ausgegrenzt wird, helfe ich ihm/ihr.“ positionieren, um unsere Einstellungen einzufangen. Danach zeigten uns die beiden Leiter eine anschauliche Präsentation über die Eskalation und Gewaltspirale der Nationalsozialisten gegenüber Menschen, die nicht in ihr Weltbild passten.
Die historische Spurensuche begann im Anschluss mit einer bewegenden Stadttour durch die Würzburger Innenstadt. Im Fokus standen dabei die im Boden verlegten Stolpersteine, die das Schicksal der Opfer des Nationalsozialismus im Stadtbild sichtbar machen. Ganz gezielt steuerte die Gruppe die Stolpersteine von Würzburger Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfern an. Direkt vor Ort erfuhren die Jugendlichen eindrucksvolle Details über den unvorstellbaren Mut dieser Menschen, die sich trotz der immensen Lebensgefahr aktiv gegen die Diktatur der Nationalsozialisten auflehnten. Felix Fechenbach zum B, ein jüdischer Journalist, wurde bereits 1933 verhaftet und im Gefängnis ermordet, da er die Nationalsozialisten kritisierte und Missstände aufdeckte. Diese Geschichten direkt an den historischen Orten zu hören, hinterließ bei allen einen tiefen Eindruck.
Nach diesem nachdenklich stimmenden Rundgang kehrte die Klasse in die Räumlichkeiten der Spiegelstraße zurück, um das neu gewonnene Wissen zu vertiefen. Hier teilten sich die Schülerinnen und
Schüler in sechs Arbeitsgruppen auf. Um eine völlig freie Entfaltung und eine produktive Arbeitsatmosphäre zu ermöglichen, verabschiedeten sich die Lehrkräfte an dieser Stelle und überließen der
Klasse komplett das Feld. Diese Eigenregie spornte die Jugendlichen an. In den Gruppen setzten sie sich selbstständig mit den Biografien verschiedener Personen auseinander, die Widerstand leisteten.
Jedes Team erhielt spezifische Fragestellungen zu „seiner“ historischen Person, die gemeinsam analysiert und
beantwortet wurden.
Direkt im Anschluss folgte der medienpraktische Teil: Die erarbeiteten Berichte wurden von den Schülerinnen und Schülern direkt in ein Mikrofon eingesprochen, um die Lebensgeschichten auch akustisch festzuhalten.
Nach den Aufnahmen wurden die fertigen Ergebnisse im Anschluss der gesamten Klasse stolz präsentiert, wodurch ein umfassendes Gesamtbild des Widerstands in Würzburg entstand.
Ganz am Ende des Projekttages, als alle Aufgaben erfolgreich gemeistert und die Präsentationen beendet waren, kehrten schließlich auch die Lehrerinnen wieder zur Gruppe zurück. Die Teamleiter des
Workshops lobten den großen Fleiß, die Disziplin und die Eigenständigkeit, mit der die Klasse den Tag gestaltet hatte. Durch die Audioaufnahmen wurden die Lebensgeschichten der Widerstandskämpfer auf
ganz besondere Weise lebendig
gemacht. Es war ein rundum lehrreicher und erfolgreicher Ausflug, der unserer Klasse 8b sicher noch sehr lange im Gedächtnis bleiben wird und vielleicht werden wir an den von uns mitgestalteten
Stadtführungen, ob digital oder öffentlich, im nächsten Schuljahr teilnehmen.
Seraphina Landeck, 8b