Mittelschule Höchberg
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Höchberger Verbrechen zur Zeit des Nationalsozialismus

Spurensuche der 8b vor der eigenen Haustür- Höchberger Verbrechen zur Zeit des Nationalsozialismus


Am Mittwoch, den 15.07.2026, unternahm die Klasse 8b einen sehr interessanten Unterrichtsgang. Unser Ziel war der Sitzungssaal im Höchberger Rathaus II. Dort wurden wir von der Gemeindearchivarin Frau Orschler begrüßt, die uns einen tiefen Einblick in die Zeit des Nationalsozialismus hier bei uns vor Ort in Höchberg gab.

 

Im Sitzungssaal begannen wir mit einer intensiven Gruppenarbeit. Zwei Gruppen setzten sich mit realen Lebensschicksalen auseinander. Sie untersuchten anhand von Archivauszügen, z.B. aus Akten der Gestapo, welchen Verfolgungen der jüdische Bürger Raphael Kurzmann und der politische Gegner Wolfgang Lippl ausgesetzt waren. Eine weitere Gruppe bekam die besondere Gelegenheit historische Originalakten aus dem Archiv ausgehändigt zu bekommen. Dabei war es gar nicht so einfach, die damalige Handschrift zu entziffern und das Heiratsregister durfte nur mit weißen Handschuhen angefasst werden.

 

Besonders greifbar und emotional wurde der Ausflug, als wir die historischen Schauplätze im Ort aufsuchten. Wir versammelten uns vor dem ehemaligen Wohnhaus von Raphael Kurzmann, in dem heute eine Zahnarztpraxis untergebracht ist unter der großen Linde. Frau Orschler berichtete ergreifend von der Reichspogromnacht in Höchberg und wie diese Familie in dieser Nacht gequält wurde. Aus der naheliegenden Synagoge wurden die Schriftrollen aus den Fenstern geworfen, sie öffneten sich, lagen im Schlamm und rollten den Berg hinunter. Als Herr Kurzmann versuchte sie aufzuheben, trat ein Mann, der an dem Überfall beteiligt war, auf dessen Hand und hinderte ihn daran. Eine Schulklasse in unserem Alter beobachtete das Geschehen und die damaligen Jugendlichen traten später als Zeitzeugen auf. Zum Abschluss suchten wir die im Boden verlegten Stolpersteine der Familie Kurzmann vor dem Gebäude auf, die an ihr Schicksal erinnern, welches sich nie wieder wiederholen darf.


Der Tag hat uns gezeigt, dass Geschichte nicht nur in Lehrbüchern steht. Sie ist direkt vor unserer Haustür passiert. Ein herzlicher Dank gilt Frau Orschler für den bewegenden und lehrreichen Vormittag und dafür, dass wir nun verstehen, dass auch bei uns in den Gemeinden die Gräueltaten der Nationalsozialisten stattfanden.

 

Seraphina Landeck (8b) und Frau Hüller

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